Agfa, Kullmann, Singer & Cie und die frühe Filmmanufaktur

- AGFA-Filmfabrik, Anfang der 1920er Jahre, aus: Handbuch für Kinematographie, Berlin, vermutlich 1923, Seite 5.
Der AGFA-Jahresbericht von 1919 faßt einige der Veränderungen, die in der Filmfabrik stattgefunden haben, zusammen:
Die Sozial-Abteilung wurde im Sommer des Berichtsjahres errichtet, da die Bearbeitung der sozialen Fragen eine immer steigende Bedeutung auch für unsere Werke annahm... Ihre Hauptaufgabe besteht aber in der Bearbeitung der Arbeits-, Gehalts- und Lohnbedingungen der Arbeitnehmer...(zwecks einer) einheitlichen Auffassung (für alle Fabrikationen der Gegend.) Eine besondere Bedeutung erhielt diese Aufgabe durch die Errichtung der Betriebsräte, die bereits im Frühjahr 1919 für die Wolfener Fabriken erfolgte und andererseits durch den Zusammenschluss der Arbeitgeber der chemischen Industrie in einen sich über ganz Deutschland erstreckenden Arbeitgeberverband zur Wahrung der sozial-politischen Interessen unserer Industrie.[1]
Die Kooperation zwischen der Direktion der Filmfabrik und dem Betriebsrat scheint positiv verlaufen zu sein, bis
...die Absichten, die Machtbefugnisse des Betriebsrates über die vereinbarten Grenzen hinaus auszubauen und auf die Fabriksleitung einen unzulässigen Druck auszuüben, immer deutlicher zutage (traten), sodass dies schliesslich im November des Berichtsjahres zu offenem Wiederstand gegen die Fabriksleitung führte, der nur durch die militärische Besetzung der Fabrik und die während derselben erfolgte Entfernung des Betriebsratsobermannes und mehrerer anderer Arbeiter beseitigt werden konnte. Der im Anschluss daran sich neubildende Betriebsrat zeigte dann das Bemühen, sich auf seine gesetzlichen Aufgaben zu beschränken und in ihrem Sinne tätig zu sein.[2]
Am Ende des Krieges hatte sich die AGFA-Filmfabrik zu einem mächtigen und modern ausgestatteteten Hersteller von Kinefilm-Rohmaterial in Europa entwickelt und bis zum
...Frühjahr (1919) hatten wir wieder die Beziehungen mit unserer alten Kundschaft, speziell in Italien und Frankreich, aufgenommen, und es zeigte sich, dass auch in diesen Ländern die Interessenten durchaus geneigt waren, wieder Agfa-Film zu beziehen.[3]
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[1]AGFA-Jahresbericht 1919.
[2]Ebenda.
[3]Ebenda.


