Agfa, Kullmann, Singer & Co und die frühe Filmmanufaktur
Ein weiterer wichtiger Halt war Köln. Von dort war es nur eine kurze Fahrt nach Leverkusen, dem Standort der Bayer-Werke. Während "...a very elaborate and excellent lunch...", informierte Dr. Duisberg, Direktor der Bayer-Werke, Eastman dass
... the Bayer concern was planning to fit up to make about the same amount of acetate film (as AGFA was). I told Dr. Duisberg that that would about supply the world. I then asked him what his idea was. He said we ought to get together on the patent question and fight the rest of the world; agree to maintain prices and pool the business on some satisfactory basis. He said if I would consider it he would talk to the Aniline Company's directors about it...[1]
Es war offensichtlich, dass die Eastman Kodak Company durch ihre Fabrikation von Acetatfilm die Patentrechte von Bayer verletzte. Am 22. März 1910 traf sich George Eastman mit Dr. Duisberg und Dr. Oppenheim im Hotel Adlon in Berlin. Sie boten ihm eine Teilnahme an der Interessensgemeinschaft von Bayer und AGFA. Der Markt sollte proportional aufgeteilt werden; im Jahre 1910: 80% für Kodak, 20% für Bayer & AGFA; im Jahre 1911: 70% für Kodak, 30% für Bayer & AGFA; im Jahre 1912 und danach: 60% für Kodak, 40% für Bayer & AGFA.
I said I did not like his proposition and in response to his request to make one I said he should give us a free license in return for our help in fighting others and make a price agreement without a pooling arrangement. He said a pooling arrangement was imperative...He said he had given his attorneys orders to sue us in America. I told him not to wait on my account.[2]
Der Rechtsstreit begann auch in Frankreich und Deutschland und die Prozesse zogen sich bis in das Jahr 1913.
Am 6.August 1910 beantwortete Dr. Oppenheim eine Anfrage von Kullmann, Singer & Cie:
Wir empfingen Ihr Geehrtes vom 4. ds. betreffs Beteiligung "Eclair" und nahmen vom Inhalt, insbesondere von dem höchst interessanten Memorandum bestens Kenntnis.
Die von Ihnen erwähnten Kreuzbandsendungen[3] haben wir noch nicht erhalten und können uns deshalb im Moment noch kein vollkommenes Bild über die Lage der Firma "Eclair" machen. In der Zwischenzeit könnten Sie aber bereits mit den Leitern dieser Firma, den Herren Vandal und Jourjon, einen Besuch unserer Greppiner Filmwerke in die Wege leiten, damit die Herren ihrerseits ein richtiges Bild von der Bedeutung unserer Firma als Kinefilm-Fabrikantin bekommen.[4]
Ein Treffen zwischen den Direktoren von AGFA, Paul Singer von Kullmann, Singer & Cie, Charles Jourjon und Marcel Vandal von Eclair fand am 27.August 1910 in der Berliner AGFA-Direktion statt.
Sofort nach diesem Treffen unterschrieb Paul Singer den Ersten einer Serie von Verträgen mit AGFA, wodurch er zum wichtigsten AGFA-Repräsentanten außerhalb Deutschlands wurde.
[1]Memorandum vom Werkbesuch der BAYER AG in Leverkusen, 18. Mrz. 1910, GEH.
[2]Ebenda.
[3]Eine Kopie der Statuten der Société Francaise des Films "L'ECLAIR" von 1907; eine Kopie des Protokolls der "assemblée générale ordinaire du 22 Mrz. 1909" (währenddessen der Name der Firma in Société Francaise des Films & Cinématographes "ECLAIR" geändert wurde); und vom 10. Mai 1910.
[4]AW1084/06_AUG10. Brief von Dr. Oppenheim an P. Singer.



