logo

logo
wahrscheinlich 1913 / Glasnegativ 9 x 12 / Nachlass Seeber SDK

Der Hellraum der Kopieranstalt mit den Wannen für Wässerung und den Holzbottichen für das Einfärben und Tonen der Filme

Wahrscheinlich zeigt dieses Foto den Hellraum der neuen, 1913 in Betrieb genommenen Filmentwicklung. Rechts die großen Wannen aus gebranntem Ton für die Wässerung. Zu dieser Zeit, und auch noch viele Jahre später war die Entwicklung mit der Hilfe von bis zu 40 Meter fassenden Holzrahmen Standard, obwohl Gaumont in Paris schon ab 1907 eine Durchlaufentwicklung mit integrierter Trocknung betrieb.

Eine weiterentwickelte Gaumont-Maschine dieses Typs wurde 1913 von Kodak in Rochester in Betrieb genommen und diente dort zum Entwickeln der ersten Experimente mit panchromatischem Filmen.

 

Als sich in den späten zwanziger Jahren die Kopieranstalten - auch wegen der neuen panchromatischen Materialien, bei denen eine Entwicklung nach Sicht kaum mehr möglich war - auf Durchlaufentwicklung umstellten, existierte parallel dazu immer noch die Rahmen-Entwicklung. Noch in den fünfziger Jahren des vorigen Jahrhunderts konnte man bei der Afifa in Berlin Ortho- aber auch Pan-Filme auf Holzrahmen entwickeln lassen; denn einige Kameraleute schworen bei schwierigen Szenen immer noch auf eine individuelle Entwicklung, die sich für kleine Mengen eben nur im Tauchverfahren lohnte.

 

Das Ende der Film-Virage fällt mit dem Ende der Rahmenentwicklung zusammen. Nur im Tauchverfahren ließ sich das Tinten oder Tonen der vielen unterschiedlich einzufärbenden Teilstücke eines Films einfach und kostengünstig durchführen. Kontinuierlich laufende Entwicklungsmaschinen waren dafür völlig ungeeignet.

Das System der Rahmen- oder Rack-Entwicklung hatte aber in der daraus resultierenden enormen Stückelung des Film-Materials für die jetzt immer längeren Filme ein produktionstechnisches Handicap zur Folge. Schon der Kameramann markierte von der Belichtung her unterschiedliche Einstellungen in der Kamera mit Kerben, die er mit einer Schere oder in manchen Kameras mit einer Stanzvorrichtung seitlich in den Film hineinschnitt. In der Dunkelkammer des Labors trennte man das Material an diesen Stellen und entwickelte es – nach Sicht – auf separaten Rahmen.